Trompete und Flügelhorn

Trompetenartige Instrumente begleiten die Menschheit schon lange. In der Antike spielten sie eine wichtige Rolle als Kriegs- und Tempelinstrument; durch die Kreuzzüge gelangten sie nach Europa.

Wie auch beim Horn, war es auf den ursprünglich ventillosen Instrumenten nicht möglich alle Töne zu spielen.Eine vollständige Tonleiter konnte nur in sehr hohen Lagen geblasen werden, da dort die Tonabstände nur noch sehr gering sind. Hieraus entwickelte sich das, vor allem von J.S. Bach häufig verwendete, Clarinoblasen (heute mit der sog. Bachtrompete) in besonders hohen Lagen.

 

Geschichte der Ventile

Nach der Erfindung der Kastenventile durch Stölzel und Blühmel um 1820  (siehe Horn) war es möglich chromatische Tonleitern auch in tieferen Lagen zu blasen.

Die heute gebräuchlichen Ventile wurden allerdings erst später entwickelt:1832 entwickelte J. Riedl in Wien das erste Dreh- oder Zylinderventil und 1839 verfeinertet F. Périnet in Paris die alten Pumpventile entscheidend.

 

 

Trompete, Flügelhorn und Waldhorn haben i.d.R. 3 Ventile, während das Tenorhorn/Bariton und die Tuben 4 Ventile besitzen können.

Durch drücken der Ventile verlängern zusätzliche Bögen die Schallröhre und ermöglichen somit das Spielen aller Töne auch in tieferen Lagen.

Die Stimmzüge sind unterschiedlich lang wodurch die Länge der Schallröhre durch drücken der einzelnen Ventile oder mehrerer Ventile zusammen entsprechend verlängert werden kann.

Der Stimmzug des 4. Ventils ist hierbei am längsten. Drückt man das 1. Ventil und das 3. Ventil  gemeinsam, entspricht der Ton dem des 4. Ventils, da die Stimmzüge 1 und 3 zusammen so lang wie der 4. Stimmzug sind. Der Stimmzug des 2. Ventils ist am kürzesten.

 

DIE TROMPETE gibt es in verschiedenen Stimmungen und Grössen.

Am Häufigsten wird die Trompete in B mit Périnet-Ventilen (sog. Jazz-Trompete) gespielt; es gibt aber auch Trompeten mit Zylinderventilen (Konzert-Trompete).

Es handelt sich um ein Instrument mit weitgehend zylindrisch Rohrverlauf, Kesselmundstück und auslaufendem Schallbecher mit relativ enger Mensur. Das Rohr ist  mehrfach gewunden und mit 3 Ventilen ausgerüstet. Die Trompete nimmt aufgrund ihres strahlenden Klangs im Orchester oft Signalfunktionen ein, ist aber auch ein ausgezeichnetes Mittel zur Akzent-Setzung und ein beliebtes Solo-Instrument.

Jazz Trompete

Konzert-Trompete

 

Ein scheinbarer Verwandter der Trompete ist DAS FLÜGELHORN.  „Scheinbar" deshalb, weil es gemeinsam mit den Bass-Tuben und Tenorhorn/Bariton zu einer anderen Familie gehört – den Bügelhörnern.

Diese entwickelten sich aus den Militär-Signalhörnern und sind im Gegensatz zur Trompete weitmensuriert mit konischem Verlauf.                    

Das Flügelhorn besitzt ebenfalls 3 Ventile (Périnet- oder Zylinder-) und besitzt aufgrund seiner weiteren Bauart einen weicheren und wärmeren Klang als die Trompete, weshalb es im Blasorchester fast ausschliesslich mit Melodieaufgaben betraut ist und daher auch als „Geige des Blasorchesters“ bezeichnet wird.

Flügelhorn mit Zylinderventilen

Flügelhorn mit Périnetventilen

 

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